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Lauterachtal und Fledermaushaus in Hohenburg

Lauterachtal Foto: Simone Peuleke

Bayern-Entdecker
Stempelstation Nr. 53

Stempelstation hinter dem Rathaus 
und nahe dem Fledermaushaus

Lage: In unmittelbarer Nähe zu den Wanderwegen „Jurasteig“, „Oberpfälzer Jakobsweg“, „Wacholderwanderweg“ und
„Hufi- Wanderweg“ hinter dem Rathaus
und nahe dem Fledermaushaus

92277 Hohenburg

Koordinaten:
49.295147, 11.800625

Wacholderheiden im Lauterachtal

Das ca. 31 km lange FFH-Gebiet Lauterachtal zählt als Teil des Naturparks Hirschwald zu den Nationalen Naturlandschaften und zum europäischen Natura 2000-Netzwerk. Über 160 seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten konnten bisher nachgewiesen werden. Viele dieser Arten – wie Brandknabenkraut, Segelfalter, Rotflügelige Schnarrschrecke, Schmetterlingshaft und Wendehals sind auf Kalkmagerrasen angewiesen. In der halboffenen bis offenen insektenreichen Landschaft lebt auch der Wiedehopf, einer der auffälligsten heimischen Brutvögel. Das Bachneunauge im Wasser, der Storchschnabel-Bläuling in den Feuchtwiesen oder der Neuntöter in den Hecken – im Lauterachtal ist eine Fülle seltener Arten zu finden.

Die offenen Wacholderheiden an den Hängen des Lauterachtals entstanden allerdings erst durch menschlichen Einfluss. Der mittelalterliche Erzbergbau im Amberg-Sulzbacher Land hatte einen enormen Holzbedarf, ganze Wälder wurden damals gerodet. Die Folgen waren Bodenerosion und Nährstoffauswaschung. Die trockenen Südhänge entwickelten sich deshalb zu Halbtrockenrasen, während im Talgrund feuchtere Mähwiesen vorherrschen. Beide Lebensraumtypen sind sehr blüten- und krautreich und daher ideale Lebensräume für eine Vielzahl von Insektenarten. Sie sind wichtige Bestandteile des europäisch bedeutsamen Natura 2000-Gebietes „Lauterachtal“.

Die weitestgehend waldfreien Gebiete dienten vielerorts als Viehweide. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Talhänge hauptsächlich mit Rindern, aber auch mit Schafen und Ziegen beweidet. Mit Beginn der modernen Landwirtschaft und nach Erfindung des Mineraldüngers war die Beweidung der mageren Flächen nicht mehr rentabel. Viele der ehemals großen Wacholderheiden des Lauterachtals wuchsen mit Buschwerk zu. Um den Wert dieser Trockenhänge für die Artenvielfalt, aber auch für Erholungssuchende zu erhalten, werden zugewachsene Bereiche entbuscht und durch Wanderschafherden beweidet. Jeder Besucher kann mit dem Genuss regionaler Spezialitäten einen Beitrag zum Erhalt dieser wunderbaren Kulturlandschaft leisten.

Das Bild zeigt eine Fledermaus. Bildautoren: Christian Giese und Rudolf Leitl

Das Fledermaushaus in Hohenburg

Im Fledermaushaus Hohenburg lernt man die geheime Welt der Großen Hufeisennasen (liebevoll „Hufis“ genannt) kennen. Die Art galt in Deutschland lange als ausgestorben, konnte jedoch hier in Hohenburg im Jahre 1992 wiedergefunden werden. Sie ist heute die seltenste heimische Fledermausart und aufgrund der Aufnahme in die FFH-Richtlinie von europaweiter Bedeutung.

Das denkmalgeschützte auch historisch wertvolle Gebäude dient ganz allein dem Schutz dieser sehr wertvollen Fledermaus-Art. Hier befindet sich die sog. Wochenstube, also das Sommerquartier, in dem die Fledermäuse ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Jedes Jahr im Frühjahr kehren sie aus ihren Winterquartieren, den Höhlen im Oberpfälzer Jura, zum Dachboden des Fledermaushauses zurück und sorgen dort in den Sommermonaten für ihren Nachwuchs. Dies kann man im Fledermaushaus mit Hilfe von Infrarot-Kameras live beobachten.

In der Nähe gibt es auch einen Wanderweg („Hufi-Weg“) mit Stationen, die Spannendes aus dem Leben der Großen Hufeisennase vermitteln: Warum zum Beispiel ist der Truppenübungsplatz Hohenfels ein Schlaraffenland für diese Fledermausart ? Und wie können Rinder für einen vollen Fledermausmagen sorgen ? Zudem werden Schutzmaßnahmen vorgestellt, die für ideale Lebensbedingungen der Großen Hufeisennase im Lauterachtal sorgen. Mehr Infos zum „Hufi-Weg“ findet man in der Erlebnis-App „natur.digital“.
Im Markt Hohenburg konzentriert sich also wertvolles europäisches Naturerbe. Er wurde daher als bayerische Natura 2000-Gemeinde ausgezeichnet.